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Adolf Bartels
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Adolf Bartels (* 15. November 1862 in Wesselburen; â 7. März 1945 in Weimar) war ein vĂślkisch-antisemitischer deutscher Schriftsteller, Journalist, Literaturhistoriker und Kulturpolitiker. Er war ein Vertreter der Heimatkunstbewegung und propagierte schon frĂźh antidemokratische und judenfeindliche Positionen, die nach 1933 prägend fĂźr die Kulturpolitik des Nationalsozialismus wurden.
Contents
⢠Leben
⢠Auszeichnungen
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Leben
Herkunft, Jugend und Ausbildung
Adolf Bartels kam in Wesselburen in Schleswig-Holstein zur Welt. Er war das älteste von neun Kindern eines Schlossermeisters. Von 1877 bis 1882 besuchte er gemeinsam mit dem späteren vÜlkischen Schriftsteller Gustav Frenssen das Gymnasium in Meldorf, musste es aber kurz vor dem Abitur verlassen, da sein Vater das Schulgeld nicht mehr aufbringen konnte. Fßr einige Zeit lebte er bei seinem Onkel in Hamburg und erteilte Nachhilfestunden. Danach kehrte er in seinen Heimatort zurßck und arbeitete fßr kurze Zeit als Hilfsschreiber am KÜniglichen Amtsgericht.
Nebenbei gab er weiter Nachhilfe, verfasste Gedichte, kurze Erzählungen und lokalhistorische Aufsätze, die sein väterlicher Freund Julius Groth, Herausgeber und Schriftleiter des Dithmarscher Boten, in seinem Lokalblatt verÜffentlichte. Dies brachte Bartels auf die Idee, eine Reihe von Vorträgen ßber literarische und historische Themen zu halten, um sich mit den Einnahmen ein Universitätsstudium zu finanzieren.
Seit 1885 besuchte er trotz fehlender Hochschulreife die Universität Leipzig und studierte mehr aus AlibigrĂźnden Staatswissenschaften, während er hauptsächlich Vorlesungen Ăźber Literatur, Geschichte und Philosophie hĂśrte. In Leipzig lernte er die FrĂźhnaturalisten Hermann Conradi, Otto Erich Hartleben und Karl Henckell kennen, die er später satirisch in einem Abschnitt seines komischen Epos Der dumme Teufel (1896) darstellte. Wie sie beschloss er später, freier Schriftsteller zu werden. In dieser Periode entstanden kleinere Erzählungen aus seiner schleswig-holsteinischen Heimat (Peter Boie von Helse, Johann Fehring, Editha, Rolves Karsten) sowie unter naturalistischem Einfluss ein âRebellenromanâ und ein bĂźrgerliches Drama. Diese literarischen Versuche blieben jedoch Fragmente, die nie verĂśffentlicht wurden.
Tätigkeit als Journalist
1888 brach Bartels nach zwei verbummelten Semestern an der Universität Berlin sein Studium ab. Er heiratete seine Leipziger Verlobte Ida Rehork (1868â1958). Auf Vermittlung der beiden Schriftsteller Hermann Allmers und Julius Grosse wurde Bartels 1889 Redakteur der Didaskalia, der Unterhaltungsbeilage des nationalliberalen Frankfurter Journals. FĂźr sie schrieb er Theaterkritiken, Feuilleton-Beiträge und Rezensionen.
Die GeschäftsfĂźhrung des Journals ernannte ihn 1890 zum Chefredakteur der Lahrer Zeitung in Baden. In Lahr, wo er bis 1892 blieb, schrieb er historische Dramen wie Die Päpstin Johanna und Catilina, fĂźr die er jedoch keinen Verleger fand. Zudem verfasste er seine erste literaturkritische Schrift: Friedrich GeĂler. Sein Leben und seine Werke. Im Ăśrtlichen Literatenzirkel im Hotel KrauĂ lernte er Friedrich GeĂler und den Dichter Ludwig Eichrodt kennen.
1892 wurde er wieder nach Frankfurt am Main versetzt und leitete bis 1895 die Didaskalia. In seinen Theaterbesprechungen warf er dem groĂbĂźrgerlichen Frankfurter Theaterpublikum vor, kein Verständnis fĂźr die neue LiteraturstrĂśmung, den Naturalismus, zu zeigen und stattdessen die seichte Kost der franzĂśsischen KonversationsstĂźcke zu bevorzugen. Zur gleichen Zeit schrieb er Kritiken fĂźr Friedrich Langes Tägliche Rundschau und andere Blätter.
Bartels, der als Student und Redakteur ein Gegner des schleichend um sich greifenden Antisemitismus gewesen war, lernte in Frankfurt auch Schriftsteller jĂźdischer Herkunft kennen. Anfangs begegnete er ihnen unbefangen, glaubte dann aber zunehmend, eine âjĂźdische Solidarität im Guten wie im Schlechtenâ wahrzunehmen. Seine Einstellung zu den Juden wurde mit der Zeit offen feindselig.
Schriftsteller und antisemitischer Literaturhistoriker
Nachdem das Frankfurter Journal erneut in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, realisierte Bartels 1896 seinen Wunschtraum und wurde freier Schriftsteller. Dabei unterstßtzte ihn sein väterlicher Freund Julius Grosse, Sekretär der Deutschen Schillerstiftung. Er siedelte nach Weimar ßber und legte seinen ersten Roman und sein belletristisches Hauptwerk vor: Die Dithmarscher. Daneben entstanden literaturkritische Beiträge fßr renommierte Zeitschriften wie Die Grenzboten, Der Kunstwart etc. Noch vor Paul Schlenther verfasste er 1897 die erste selbstständige Publikation ßber den Naturalisten Gerhart Hauptmann.
Eine Artikelserie aus den Grenzboten erschien in Buchform: Die deutsche Dichtung der Gegenwart. Die Alten und die Jungen, zwischen 1897 und 1922 mehrmals aufgelegt, wurde im Laufe der Zeit auf mehr als den dreifachen Umfang erweitert und galt seinerzeit als Standardwerk. Kurt Tucholsky â laut Bartels âein echter jĂźdischer Frechlingâ â nannte das Buch dagegen 1922 in einem fĂźr die WeltbĂźhne verfassten Artikel einen âfrechen Betrug am BĂźcherkäuferâ und einen âdurch läppische Bemerkungen unterbrochene[n] BĂźcherkatalogâ. Ăber den Autor, dessen âJudenriechereiâ er als grotesk empfand und den er u. a. als âKarikatur des Deutschtumsâ, einen âim Irrgarten der deutschen Literatur herumtaumelnden Pogromdeppâ und âHakenkreuzpolichinellâ bezeichnete, urteilte Tucholsky ebenso vernichtend:
âWas an Adolf Bartels reizt und ihn zum Clown der derzeitigen deutschen Literatur werden läĂt, ist seine Unbildung, seine Leichtfertigkeit und eine Oberflächlichkeit, die eigentlich ganz undeutsch ist. Wenn er nicht einen so erbärmlichen Stil schriebe, kĂśnnte man auf einen rumänischen Halbwissenschaftler tippen, der die falsch verstandenen Forschungsergebnisse der pariser Universität vor den staunenden Landsleuten, flĂźchtig und schlecht gruppiert, ausbreitet.âcite-ref-1[1]
Dennoch begrßndete das Buch in vÜlkischen Kreisen den Ruf seines Autors als ernstzunehmender Literaturhistoriker, während er bis dahin eher als Literaturkritiker gegolten hatte.
1898 fĂźhrte Bartels den Terminus âHeimatkunstâ in die deutsche Literaturgeschichte ein. Zusammen mit Friedrich Lienhard war er in den nächsten Jahren ein eifriger Verfechter dieser antimodernistischen literarischen Gattung, die zum Vorläufer der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Literatur wurde,cite-ref-2[2] und trug zur Theoriebildung ihrer norddeutschen Variante, der Niederdeutschen Bewegung bei.cite-ref-3[3]
In dieser Tradition steht auch Bartelsâ 1899 erschienener zweiter historischer Roman, Dietrich Sebrandt, der die Ereignisse rund um die Märzrevolution in Schleswig-Holstein und Berlin behandelt. Um die Jahrhundertwende verschlechterte ein Lungenleiden Bartelsâ Gesundheitszustand rapide. Er wurde mehrfach operiert und musste häufig umziehen. Da er zu sterben glaubte, gab er zwischen 1904 und 1905 seine gesammelten Dichtungen â Gedichte und Dramen â heraus. Doch allmählich verbesserte sich seine physische Konstitution wieder.
Zur gleichen Zeit entstand sein Standardwerk, die Geschichte der deutschen Literatur, in das seine nunmehr offen antisemitische Haltung einfloss. Er verfolgte das Ziel, zum einen die âErkenntnis des vĂślkischen Schatzesâ zu befĂśrdern und zum anderen dessen angebliche Verderber zu identifizieren. So hatte Bartels wesentlichen Anteil daran, dass der Antisemitismus in Deutschland zum festen Bestandteil einer ânationalen Gesinnungâ wurde.
Zwei Tendenzen verstärkten sich in Bartelsâ Werk zunehmend: Seine Ablehnung des âjĂźdischen Literatentumsâ, die eine âreinliche Scheidung zwischen Deutschen und Judenâ einschloss, und die Bekämpfung der âDekadenz-Literaturâ. Gleichzeitig wies er auf junge, âgesunde Talenteâ hin. An die 9000 Autoren schied er âreinlichâ in Juden und Nichtjuden. In etlichen Fällen, in denen er nichts Ăźber die tatsächliche Herkunft eines Autors wusste, glaubte er, aus Stil und Inhalt ihrer Werke auf ihre Religion und âRasseâ schlieĂen zu kĂśnnen. So ordnete er auch den Protestanten Thomas Mann als jĂźdischen Literaten ein. Dieser widersprach in seinem frĂźhen Essay Die LĂśsung der Judenfrage der âbestechendenâ These des âgroĂen germanischen Lyrikers und Literaturhistorikersâ.cite-ref-4[4] Wie bei Mann stieĂ Bartels auch bei anderen Autoren, Juden wie Nicht-Juden, auf spĂśttische Ironie, ein nĂźchternes Qualitätsurteil und die Ablehnung der Rassenideologie als MaĂstab kĂźnstlerischer Leistung.
Zwar waren fĂźr Bartels trotz seines unverhohlenen Antisemitismus âschlechte Literaturâ und âjĂźdische Literaturâ nicht von vornherein identisch. Er bestritt aber, dass es sich bei Werken jĂźdischer Autoren Ăźberhaupt um deutsche Literatur handele. Kennzeichnend fĂźr diese Haltung ist sein bis heute berĂźchtigtes antisemitisches Pamphlet Heinrich Heine. Auch ein Denkmal. Bartels verĂśffentlichte diese Schrift 1906 mit dem erklärten Ziel, die Errichtung eines Heine-Denkmals zu verhindern, nachdem er den Dichter als Jugendlicher selbst geschätzt hatte. Er denunzierte Heinrich Heine als âDecadence-Judenâ und die Denkmalspläne als âKotau vor dem Judentumâ. Seine Polemik gipfelte schlieĂlich in der Feststellung:
âMuss er durchaus ein Denkmal haben, so kann ihm ja einfach das Judentum eines setzen, die Mittel sind ja reichlich vorhanden: HEINRICH HEINE IHREM GROSSEN DICHTER UND VORKĂMPFER DIE DEUTSCHEN JUDEN hätte die Inschrift dieses Denkmals zu lauten, und man kann garantieren, daĂ es dann in alle Zukunft ungeschoren bleibt, selbst wenn man den Juden noch die Judengenossen hinzufĂźgte. Sollte es jedoch heiĂen: HEINRICH HEINE DAS DEUTSCHE VOLK, so kann niemand dafĂźr stehen, daĂ das Denkmal nicht eines Tages (ich spreche hier natĂźrlich nur bildlich) in die Luft fliegt â und vielleicht noch verschiedenes mit.âcite-ref-5[5]
Gleichfalls 1906 initiierte Bartels die GrĂźndung des Deutschen Schillerbundes, aus dem er aber 1913 wegen seiner zunehmenden antisemitischen ĂuĂerungen wieder austreten musste.cite-ref-6[6]
1909 grĂźndete er die Weimarer Nationalfestspiele fĂźr die deutsche Jugend, die SchĂźler aus ganz Deutschland mit den Klassikern der deutschen Literatur vertraut machen und einen âSchutzwallâ gegen die âverderblichen EinflĂźsse der deutschen dekadenten Literaturâ bilden sollten.cite-ref-7[7] Seit 1909 gab Bartels auch die Literaturzeitschrift Deutsches Schrifttum heraus, die mit Unterbrechungen bis Dezember 1933 erschien.
Protagonist der VĂślkischen Bewegung und militanter Antisemit
Bartels war Mitglied in Friedrich Langes âDeutschbundâ und grĂźndete 1907 zusammen mit Arthur Moeller van den Bruck, Houston Stewart Chamberlain, Henry Thode, Ludwig Schemann und Hermann Hendrich den vĂślkischen Werdandi-Bund. Am 21. Januar 1913 hielt er in Berlin auf Einladung des DeutschvĂślkischen Studentenverbandes und des Reichshammerbundes eine Rede, in der er erklärte: âWer in unserer Zeit nicht Antisemit ist, der ist auch kein guter Deutscherâ.cite-ref-8[8] Im selben Jahr organisierte er den ersten âDeutschen Tagâ in Eisenach, eine Heerschau vĂślkischer Vereinigungen und Verbände. In seiner Heimat Schleswig-Holstein gehĂśrte er zu den Initiatoren des Hebbel-Museums in Wesselburen und des Klaus-Groth-Museums im benachbarten Heide. 1914 erschien sein Memoirenband Kinderland, eine Schilderung seiner Kindheit und Jugend im ländlichen Wesselburen.
Während des Ersten Weltkriegs war Bartels Mitglied der antisemitisch ausgerichteten DeutschvĂślkischen Partei, die von 1914 bis 1918 bestand.cite-ref-9[9] Die Partei sprach sich gegen Friedensverhandlungen aus und verlangte grĂśĂtmĂśgliche Annexionen, die Ausweisung der jĂźdischen BevĂślkerung und ein Verbot der Einwanderung aus Osteuropa. Nach der Novemberrevolution ging sie in der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) auf. Auch Bartels neigte in den ersten Jahren der Weimarer Republik zunächst der DNVP zu. Zudem saĂ er im Beirat des DeutschvĂślkischen Schutz- und Trutzbundes, fĂźr den er propagandistisch tätig war.cite-ref-10[10]
Er gehĂśrte in dieser Zeit zu den fĂźhrenden Vertretern der VĂślkischen Bewegung und engagierte sich zusätzlich fĂźr das Deutschchristentum. Dabei erklärte er offen seinen Rassismus und im Besonderen seinen Antisemitismus. In der Enzyklopädie des Nationalsozialismus wird er daher als âRassist und militanter Antisemitâ charakterisiert.cite-ref-11[11]
Bartelsâ SchĂźler und zeitweiliger persĂśnlicher Sekretär Hans Severus Ziegler, nach 1933 Generalintendant und stellvertretender NSDAP-Gauleiter von ThĂźringen, sowie sein Landsmann Ernst Graf zu Reventlow gewannen Bartels allmählich fĂźr den Nationalsozialismus. Im Jahr 1924 verĂśffentlichte er die mehrfach aufgelegte BroschĂźre Der Nationalsozialismus Deutschlands Rettung, und 1926 lernte er Adolf Hitler persĂśnlich kennen. In seinem letzten Roman, Der letzte Obervollmacht (1931), lässt er ihn im Schlusskapitel kurz auftreten.
Die NSDAP-Ortsgruppe Weimar ernannte Bartels 1925 zu ihrem Ehrenmitglied.cite-ref-12[12] 1928 trat er als Ăśffentlicher FĂśrderer der Nationalsozialistischen Gesellschaft fĂźr deutsche Kultur auf.cite-ref-13[13] Nach der Machtergreifung 1933 erhielt Bartels als âvĂślkischer Vorkämpferâ zahlreiche Ehrungen (Ehrensold, EhrenbĂźrgerverleihungen, Partei-Auszeichnungen). Zu seinen Verehrern zählten u. a. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, Reichsdramaturg Rainer SchlĂśsser und ReichsjugendfĂźhrer Baldur von Schirach. Die Ăśffentlichen BĂźcherverbrennungen betrachtete Bartels mit gemischten GefĂźhlen, da die Verbrennungen nach seinem DafĂźrhalten wenig mit ânationaler Aufbauarbeitâ zu tun hatten. Seine 1909 gegrĂźndeten Weimarer Nationalfestspiele fĂźr die deutsche Jugend wurden wieder aufgenommen und unter das Patronat der ReichsjugendfĂźhrung gestellt.
1939 erklärte er seine Mitarbeit am Institut zur Erforschung und Beseitigung des jßdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben.cite-ref-14[14]
Nach 1933 erschienen seine literaturkritischen und belletristischen Werke in mehreren Neuauflagen. Eine seiner letzten grĂśĂeren Arbeiten war die Geschichte der thĂźringischen Literatur (1938â1942), ein Dank an seine Wahlheimat, an dem er mehrere Jahre gearbeitet hatte. Auf Vorschlag eines nationalsozialistischen Mitgliedes nahm die Goethe-Gesellschaft in Weimar Bartels zu seinem 75. Geburtstag 1937 als Ehrenmitglied auf.cite-ref-15[15]
Zu den letzten groĂen Ereignissen in seinem Leben zählten die âGroĂdeutschen Dichtertageâ in Weimar, an denen er und Joseph Goebbels zu 200 eingeladenen Dichtern und Schriftstellern sprachen, sowie die Feiern zu seinem 75. und seinem 80. Geburtstag. Anlässlich dieses Geburtstags lieĂ Ziegler, nunmehr Intendant des Nationaltheaters in Weimar, Bartelsâ Jugenddrama Catilina urauffĂźhren. Bartels plante eine Landesbibliothek und Gedächtnishalle fĂźr seine Heimat Dithmarschen, starb aber nach kurzer Krankheit am 7. März 1945 82-jährig in Weimar.
Bartelsâ Bibliothek und nachgelassene Schriften galten nach dem Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar am 2. September 2004 als vollständig vernichtet. Gut 1000 Bände wurden jedoch wiedergefunden und befinden sich heute im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar.cite-ref-16[16]
Auszeichnungen
Bis 1933:
⢠1905 Professor h.c. (durch GroĂherzog Wilhelm Ernst von Weimar)
⢠1914 Friedrich-Hebbel-Preis
⢠1922 Umbenennung der GartenstraĂe in Wesselburen in BartelsstraĂe. 1966 in Wulf-Isebrand-StraĂe umbenannt.cite-ref-17[17]
⢠1927 Ehrenbßrgerschaft von Wesselburen (1987 aberkannt).cite-ref-18[18]
⢠1932 Ehrenplakette der Stadt Weimar
1933 bis 1945
⢠1933 Umbenennung der Mittelschule in Wesselburen in âAdolf-Bartels-Schuleâ (1958 vom schleswig-holsteinischen Kultusminister rĂźckgängig gemacht)
⢠1937 Adlerschild des Deutschen Reiches, Ehrenbßrger der Stadt Weimar (1946 aberkanntcite-ref-19[19]), Ehrenmitglied der Goethe-Gesellschaft (2019 aberkannt), Ehrenmitglied des Deutschen Schillerbundes
⢠1938 Ehrendoktor der Universität Leipzig
⢠1941 Dietrich-Eckart-Preis (gemeinsam mit Hans Baumann)
⢠1942 Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP
⢠1942 Goldenes Ehrenzeichen der Hitler-Jugend
⢠1942 Silberner Gauadler des Gaues Thßringen
⢠1942 (15.11.) Ehrenbßrger der Universität Jena.cite-ref-20[20]
Nach 1945:
⢠1954 der neuen Volksschule in Heide wird der Name âAdolf-Bartels-Schuleâ verliehen (1958 durch das Kultusministerium rĂźckgängig gemacht)
⢠1965 Eintrag auf dem âDichterstein Offenhausenâ durch den gleichnamigen rechtsextremen Kulturverein.
Schriften (Auswahl)
⢠Friedrich GeĂler. Sein Leben und seine Werke. Schauenburg, Lahr 1892.
⢠Der dumme Teufel oder die Geniesuche. Komisches Epos in 12 Gesängen. Dresdner Verlagsanstalt Dresden 1896.
⢠Gerhart Hauptmann. Felber, Weimar 1897.
⢠Die deutsche Dichtung der Gegenwart. Die Alten und die Jungen. Leipzig, Avenarius 1897, 9. stark vermehrte und verbesserte Auflage. 1918.
⢠Die deutsche Dichtung der Gegenwart. Neue Ausgabe in drei Teilen: Die Alten, Die JĂźngeren, Die JĂźngsten. 10.â12. Aufl. Leipzig, Haessel 1921â1922.
⢠Die Dithmarscher. Historischer Roman in 4 Bßchern. Kiel u. Leipzig, Lipsius u. Tischer 1898.
⢠Die Schlacht bei Hemmingstedt. In: Die Heimat. Monatsschrift des Vereins zur Pflege der Natur- und Landeskunde in Schleswig-Holstein, Hamburg und LĂźbeck. Bd. 8 (1898), Heft 5, Mai 1898, S. 97â105 (Digitalisat).
⢠Dietrich Sebrandt. Roman aus der Zeit der schleswig-holsteinischen Erhebung. Kiel u. Leipzig, Lipsius u. Tischer 1899.
⢠Friedrich Hebbel. In: Die Heimat. Monatsschrift des Vereins zur Pflege der Natur- und Landeskunde in Schleswig-Holstein, Hamburg und LĂźbeck. Bd. 9 (1899), Heft 3, März 1899, S. 49â57 (Digitalisat).
⢠Der Bauer in der deutschen Vergangenheit Leipzig: Diederichs. (= Monographien zur deutschen Kulturgeschichte 6), 1900.
⢠DĂźrer in Venedig. Oper in drei Akten. Dichtung von Adolf Bartels nach der gleichnamigen Novelle von Adolf Stern. Musik von Waldemar von BauĂnern. Dresden, Brunner 1901.
⢠Geschichte der deutschen Lit(t)eratur. 2 Bände. Leipzig, Avenarius 1901/02.
⢠Kritik und Kritikaster. Leipzig, Avenarius 1903, urn:nbn:de:bsz:14-db-id185126003X6.
⢠Heimatkunst. Ein Wort zur Verständigung. Leipzig u. Berlin, Meyer 1904.
⢠Adolf Stern. Der Dichter und Literaturhistoriker. Dresden, Koch 1905.
⢠Das Weimarische Hoftheater als Nationalbßhne fßr die deutsche Jugend. Eine Denkschrift. Weimar, BÜhlaus Nachf. 1905.
⢠Heinrich Heine. Auch ein Denkmal. Dresden u. Leipzig, Koch 1906.
⢠Geschlechtsleben und Dichtung. Leipzig, Wallmann 1906.
⢠Handbuch zur Geschichte der deutschen Literatur. Leipzig, Avenarius 1906.
⢠Heine-Genossen. Zur Charakteristik der deutschen Presse und der deutschen Parteien. Dresden u. Leipzig, Koch 1907.
⢠Fritz Stavenhagen. Eine ästhetische Wßrdigung. Koch, Dresden 1907.
⢠Chronik des Weimarischen Hoftheaters 1817â1907. BĂśhlaus Nachf., Weimar 1908.
⢠Wilhelm von Polenz. Dresden, Koch 1909.
⢠Rasse. 16 Aufsätze zur nationalen Weltanschauung. Hanseatische Druck- und Verlagsanstalt, Hamburg 1909.
⢠Judentum und deutsche Literatur. Zieger, Leipzig 1912.
⢠Einfßhrung in die Weltliteratur von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart im Anschluà an das Leben und Schaffen Goethes. 3 Bände. Callwey, Mßnchen 1913.
⢠Der deutsche Verfall. Armanenverlag Robert Burger, Leipzig 1913.
⢠DeutschvÜlkische Gedichte aus dem Jubeljahr der Befreiungskriege 1913. Armanenverlag Robert Burger, Leipzig 1914.
⢠Kinderland. Erinnerungen aus Hebbels Heimat. Armanenverlag Robert Burger, Leipzig 1914.
⢠Der Siegespreis (WestruĂland deutsch). Eine politische Denkschrift. Roltsch, Weimar 1914.
⢠Bismarck der Deutsche. Dßsseldorf, Lesch u. Irmer 1915.
⢠Nationale oder universale Literaturwissenschaft? Eine Kampfschrift gegen Hanns Martin Elster und Richard M. Meyer. Mßnchen, Callwey 1915.
⢠Deutschchristentum auf rein evangelischer Grundlage. Leipzig, Wacher 1917.
⢠Weltliteratur. Eine Ăbersicht zugleich ein FĂźhrer durch Reclams Universalbibliothek. 3 Bände. Leipzig, Reclam 1918.
⢠Lessing und die Juden. Eine Untersuchung. Dresden, Koch 1918.
⢠Weshalb ich die Juden bekämpfe. Eine deutliche Auskunft. Hamburg, DeutschvÜlkische Verlagsanstalt 1919 (= H. 8 der Hammer-Schläge)
⢠Was ich von einem deutschen Staat verlange. Eine deutliche Auskunft. Hamburg, DeutschvÜlkische Verlagsanstalt 1919 (= H. 10 der Hammer-Schläge)
⢠Die Berechtigung des Antisemitismus. Eine Widerlegung der Schrift von Herrn von Oppeln-Bronikowsky âAntisemitismus?â. Leipzig, Weicher 1921.
⢠Der vÜlkische Gedanke. Ein Wegweiser. Weimar, Fink 1922.
⢠Der Nationalsozialismus Deutschlands Rettung. Leipzig, Weicher 1924.
⢠Jßdische Herkunft und Literaturwissenschaft, eine grßndliche ErÜrterung, 1925.
⢠Freimaurerei und deutsche Literatur. Feststellungen und Vermutungen. Mßnchen, Eher 1929.
⢠Der letzte Obervollmacht. Ein Roman aus der Bismarckzeit. Weimar, Borkmann 1931.
⢠Goethe der Deutsche. Frankfurt am Main, Diesterweg 1932.
⢠Einfßhrung in das deutsche Schrifttum fßr junge Buchhändler und andere junge Deutsche. Leipzig, Klein 1932.
⢠Meine Lebensarbeit. Wesselburen, Dithmarscher Bote 1932.
⢠Johann Fehring, der Volksbetrßger. J.J. Weber, Leipzig 1935 (Weberschiffchen-Bßcherei 7)
⢠Geschichte der thßringischen Literatur. 2 Bände. Jena, Frommann 1938/42.
Literatur
⢠Karl Otto Conrady: Vor Adolf Bartels wird gewarnt. Aus einem Kapitel miĂverstandener Heimatliebe. In: derselbe: Literatur und Germanistik als Herausforderung. Skizzen und Stellungnahmen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1974, ISBN 3-518-06714-1, S. 227â232.
⢠Steven Nyole Fuller: The Nazisâ Literary Grandfather. Adolf Bartels and Cultural Extremism, 1871â1945. Peter Lang, New York u. a. 1996, ISBN 0-8204-2329-7.
⢠Walter Goetz: Bartels, Adolf. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 1. Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 597 (deutsche-biographie.de).
⢠Peter GoĂens: Adolf Bartels. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 7: Literatur. Film, Theater und Kunst. de Gruyter Saur, Berlin/MĂźnchen/Boston 2014, S. 221â223.
⢠Hans von HĂźlsen: Neid als Gesinnung â Der manische Antisemitismus des Adolf Bartels. In: Karl Schwedhelm (Hrsg.): Propheten des Nationalismus. List, MĂźnchen 1969, S. 176â188.
⢠Ulf-Thomas Lesle: Das niederdeutsche Theater. Von âvĂślkischer Notâ zum Literaturtrost. Christians, Hamburg 1986.
⢠Thomas Neumann: VÜlkisch-nationale Hebbelrezeption. Adolf Bartels und die Weimarer Nationalfestspiele. Aisthesis, Bielefeld 1997, ISBN 3-89528-157-3.
⢠Thomas Neumann: Adolf Bartels. In: Christoph KĂśnig (Hrsg.), unter Mitarbeit von Birgit Wägenbaur u. a.: Internationales Germanistenlexikon 1800â1950. Band 1: AâG. De Gruyter, Berlin/New York 2003, ISBN 3-11-015485-4, S. 85â88 (aktuelle bio-bibliographische Information zu Adolf Bartels).
⢠Thomas RĂśsner: Adolf Bartels. In: Uwe Puschner, Walter Schmitz, Justus H. Ulbricht (Hrsg.): Handbuch zur âVĂślkischen Bewegungâ 1871â1918. Saur, MĂźnchen u. a. 1996, ISBN 3-598-11241-6, S. 874â894.
⢠Hans Sarkowicz, Alf Mentzer: Literatur in Nazi-Deutschland. Ein biographisches Lexikon. Erw. Neuauflage. Europa Verlag, Hamburg/Wien 2002, ISBN 3-203-82030-7.
⢠Klaus Schedukat: Bartels, Hinrich Dietrich Adolf. In: Schleswig-Holsteinisches Biographisches Lexikon. Bd. 3. Karl Wachholtz Verlag, NeumĂźnster 1974, S. 29â32.
Weblinks
Commons
: Adolf Bartels
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Adolf Bartels
â Quellen und Volltexte
⢠Literatur von und ßber Adolf Bartels im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Werke von und ßber Adolf Bartels in der Deutschen Digitalen Bibliothek
⢠Zeitungsartikel ßber Adolf Bartels in den Historischen Pressearchiven der ZBW
⢠Kommentierte Linksammlung der Universitätsbibliothek der FU Berlin (Memento vom 13. Mai 2013 im Internet Archive) (Ulrich Goerdten)
⢠Adolf Bartels. In: Datenbank Projekt Historischer Roman der Universität Innsbruck
⢠Heike Glindemann: Adolf Bartels. Der Kritiker als Antisemit. In: Literaturkritik. GeschichteâTheorieâPraxis. Universität Marburg
⢠Volkhard Knigge: Professor Bartelsâ BĂźcher. In: Die Zeit. Nr. 47 vom 11. November 2004, S. 90.
⢠Thomas Neumann: Heimat und Moderne. In: Thßringen Blätter zur Landeskunde.
⢠Rudolf Steiner: Adolf Bartels, der Literarhistoriker. In: Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus. 2 (1901), Heft 37.
⢠Ignaz Wrobel (d. i. Kurt Tucholsky): Herr Adolf Bartels. In: Die Weltbßhne. Nr. 12 vom 23. März 1922, S. 291.
⢠Bartels, Adolf. Hessische Biografie. (Stand: 3. März 2023). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
cite-note-11. â Kurt Tucholsky: Herr Adolf Bartels. In: Die WeltbĂźhne. 1922, 18. Jg., Nr. 12, S. 291â294.
cite-note-22. â Thomas RĂśsner: Adolf Bartels. In: Uwe Puschner, Walter Schmitz, Justus H. Ulbrich (Hrsg.): Handbuch zur âVĂślkischen Bewegungâ 1871â1918. K. G. Saur, MĂźnchen 1996, S. 882; Steven Nyole Fuller: The Nazis' Literary Grandfather: Adolf Bartels and Cultural Extremism, 1871â1945. P. Lang, Frankfurt 1996.
cite-note-33. â Ulf-Thomas Lesle: Das niederdeutsche Theater. Von âvĂślkischer Notâ zum Literaturtrost. Christians, Hamburg 1986, S. 53.
cite-note-44. â Thomas Mann: Die LĂśsung der Judenfrage. In: Thomas Mann: Gesammelte Werke in dreizehn Bänden. Band 13, Nachträge, Fischer, Frankfurt 1974, S. 459.
cite-note-55. â Adolf Bartels: Heinrich Heine â auch ein Denkmal. C.A.Kochs Verlagsbuchhandlung, Dresden und Leipzig 1906.
cite-note-66. â Wolfgang Holler, Gerda Wendermann, Gudrun PĂźschel: Krieg der Geister â Weimar als Symbolort deutscher Kultur vor und nach 1914. Sandstein, Dresden 2014, ISBN 978-3-95498-072-7, S. 77 Kat. Nr. 77.
cite-note-77. â Justus H. Ulbricht: âDeutsche Religionâ und âDeutsche Kunstâ: Intellektuelle Sinnsuche und kulturelle Identitätskonstruktionen in der âKlassischen Moderneâ. Diss. Jena 2006, S. 127: âBartels wollte offenbar âein Bayreuth fĂźr das Schauspiel schaffen, das besonders der deutschen Jugend gewidmet sein soll.ââ
cite-note-88. â Uwe Puschner: Die vĂślkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich. Darmstadt 2001, S. 53.
cite-note-99. â Uwe Puschner: Die vĂślkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich. Darmstadt 2001, S. 53.
cite-note-1010. â Uwe Lohalm: VĂślkischer Radikalismus: Die Geschichte des DeutschvĂślkischen Schutz- und Trutz-Bundes. 1919â1923. Leibniz-Verlag, Hamburg 1970, ISBN 3-87473-000-X, S. 98 und 386.
cite-note-1111. â Wolfgang Benz, Hermann Graml, Hermann WeiĂ (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. MĂźnchen 2007, S. 895.
cite-note-1212. â Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S.Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 29.
cite-note-1313. â Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S.Fischer, Frankfurt am Main 2005, S. 29.
cite-note-1414. â Hans Prolingheuer: Wir sind in die Irre gegangen. KĂśln 1987, S. 150.
cite-note-1515. â W. Daniel Wilson: Der Faustische Pakt. Goethe und die Goethe-Gesellschaft im Dritten Reich. Deutscher Taschenbuch-Verlag, MĂźnchen 2018, ISBN 978-3-423-28166-9, S. 41â42, 163â166.
cite-note-1616. â Sarah Koldehoff: Museumsarchive: Ăberraschung im Depot. In: Zeit Online. 9. Januar 2022, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 12. Januar 2022; abgerufen am 17. Februar 2025.
cite-note-1717. â Martin Gietzelt: Geschichte Dithmarschens. Im Auftrag des Dithmarscher Vereins fĂźr Landeskunde. Boyens, Heide 2000, ISBN 3-8042-0859-2, S. 376.
cite-note-1818. â Hans Sarkowicz, Alf Mentzer: Schriftsteller im Nationalsozialismus. Ein Lexikon. Insel, Berlin 2011, ISBN 978-3-458-17504-9, S. 101.
cite-note-1919. â EhrenbĂźrger. (PDF; 17 kB) In: weimar.de. 6. April 2013, S. 1, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 16. Dezember 2015; abgerufen am 16. Juni 2021.
cite-note-2020. â J. Bauer, J. Hartung, P. Schäfer K. Dicke (Hrsg.): Ehrenmitglieder, EhrenbĂźrger und Ehrensenatoren der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Geisteswissenschaften). Friedrich-Schiller-Universität, Jena 2008, S. 72.